Archivbild der Papierfabrik Greiz um 1940

Papierfabrik Greiz

Techniche Anlagen der Papierfabrik Greiz
 
Der Kollergang

Kollergang Video: Kollergang PM 4 im Betriebseinsatz

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Der Kollergang der PM 4 ist der letzte der ehemaligen Papierfabrik Greiz. Er blieb als Denkmal erhalten.

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Kollergang PM4Kollergang PM4 mit Draufsicht

Aufgenommen am 29.11.2008

Ein Kollergang besteht aus einer runden stählernen Wanne, einen flachliegenden Grundstein und zwei Mahlsteine, die wie Wagenräder im Kreis herumlaufen. Die großen Mahlsteine bestehen aus Basaltlava und haben je ein Gewicht von 2 Tonnen. Bei laufendem Kollergang wird das Altpapier unter Zugabe von Wasser eingetragen. Durch die aufgezwungene Kreisbewegung der Steine entsteht der Mahlvorgang, der das Altpapier in seine feine Faserstruktur zerlegt. In der Papierfabrik Greiz gab es bis in die 60er Jahr 15 Kollergänge. Diese wurden nach und nach stillgelegt und durch Pulper (Turbolöser mit Prinzip eines großen Mixers) abgelöst.

Antrieb Kollergang PM 4
Der gewaltige Antrieb für einen Kollergang befand sich immer ein Stockwerk tiefer.
Kollergang PM 6
 
Holländer

Der Holländer wurde um 1670 in den Niederlanden entwickelt, und war die wichtigste technische Neuerung des vorindustriellen Papiermacherhandwerks. Im Holländer wurden die in Wasser eingeweichten Lumpen von einer rotierenden Messerwalze zerkleinert. Mit einem herkömmlichen Lumpenstampfwerk dauerte das Zerfasern der Lumpen ungefähr 24 Stunden. Die Arbeitszeit verkürzte sich durch den Holländer auf etwa acht bis zehn Stunden. Knapp 100 Jahre nach der Erfindung gehörten die Holländermahlwerke in ganz Europa zur Standardausstattung einer Papiermühle.
Bis in die 60er Jahre wurden auch in der Papierfabrik Greiz ab und zu mit 2 Holländern Lumpen zerkleinert, aber nur noch für die Spezialanfertigung von Kalanderwalzenpapier.

Holländer PM 6

Die Papiermaschinen 1, 2, 3, 4 und 5 hatten die Bauform wie der Holländer in Rießdorf. Die Papiermaschine 6 hatte 4 Holländer mit 2 Rücklaufkammern.

Holländer

Durch den Neubau der PM7 wurden die Papiermaschinen 2, 4, und 5 um 1970 stillgelegt und auch die dazu gehörigen Holländer.
Durch den Einsatz der neuen Pulper war auch bald der weitere Einsatz der Holländer überholt, die Mahlarbeit übernahmen dann Steilkegelmühlen. So wurde je PM nur noch ein Holländer für das Einbringen und das gute Vermischen der Hilfsstoffe, wie Alaun, Farbe, Kaolin und Leim benötigt.

 
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